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Manhunt
Die beste Unterhaltung der letzten Jahre, Punkt.
Es gibt Formate, die schaut man, weil sie halt da sind. Und dann gibt es Manhunt. Eine YouTube‑Serie, die mich – spät, aber dafür mit voller Wucht – erwischt hat. Ich bin erst nach der dritten Staffel eingestiegen, aber ich bin heilfroh, dass ich diesmal angebissen habe. 7 vs. Wild und ähnliche Survival‑Formate haben mich schon von der Erzählung her nie so richtig abgeholt. Zu viel Lagerfeuer, zu wenig Realität.
Manhunt hingegen? Das ist ein erwachsenes Räuber-und-Gendarm-Spiel, das sich anfühlt, als hätte jemand die Kindheitserinnerungen entstaubt, sie in eine Großstadt geworfen und dann gesagt: „So, und jetzt rennt’s.“
Worum geht’s bei Manhunt?
Das Grundprinzip ist herrlich simpel:
Menschen werden in einer Großstadt ausgesetzt – ohne Essen, ohne Trinken, ohne Geld.
Alle ein bis zwei Stunden wird ihr Standort an die Jäger übermittelt.
Die Jäger wiederum dürfen ein- bis zweimal pro Tag zusätzliche Koordinaten eines Spielers anfordern, um gezielt Druck zu machen.
Je nach Staffel haben die Spieler wirklich gar nichts. Kein Geld, keine Versorgung, keine Sicherheit. Sie müssen sich alles selbst besorgen und leben im wahrsten Sinne des Wortes auf der Straße.
Es ist ein permanenter Wechsel aus Improvisation, Panik, Hoffnung und völliger Erschöpfung. Und genau das macht es so faszinierend.
Staffel 1 – Wien: Der charmante Anfang
Die Jagd durch Wien ist der perfekte Auftakt.
Man sieht, wie das Regelwerk entsteht, wie alles noch ein bisschen roh, ein bisschen improvisiert wirkt.
Gerade das macht die Staffel so sympathisch.
Sie ist einfach, klar, „groundet“ – im besten Sinn.
Man erkennt die Evolution der späteren Regeln schon im Ansatz, und genau deshalb hat diese Staffel ihren ganz eigenen Charme.
Staffel 2 – Bangkok: Zwei Gänge übersprungen
Bangkok ist dann eine komplett andere Liga.
Hier wurden gleich zwei Gänge übersprungen – und zwar ohne Zwischenschalten.
Die Staffel ist unglaublich spannend, emotional und stellenweise richtig brutal.
Leiden, Hochgeschwindigkeit, Zermürbung – alles drin.
Man spürt, wie die Serie erwachsen wird und wie die Spieler an ihre Grenzen stoßen.
Staffel 3 – New York: Noch größer, noch härter
In Staffel 3 legt die Produktion noch einmal ordentlich nach.
Die Stadt ist riesig, die Regeln sitzen, die Umsetzung ist top.
Nur das Wetter hat beschlossen, aktiv mitzuspielen – und zwar nicht im Sinne von „spannend“, sondern im Sinne von „alles ist nass, kalt und mühsam“.
Die Bedingungen waren so hart, dass die Spieler teilweise Entscheidungen getroffen haben, bei denen man sich denkt: „Oida, warum?“
Aber ganz ehrlich: Schlafentzug, Hunger und diese extremen Märsche machen sich bemerkbar. Ich hätte es nicht anders gemacht.
Die Spielleitung – konsequent, fair, leidenschaftlich
Was man in jeder Staffel merkt:
Die Spielleitung ist on top.
Man spürt, dass Manhunt ein Herzensprojekt ist.
Harte Entscheidungen werden getroffen, wenn sie notwendig sind.
Feedback wird ernst genommen, neue Situationen führen zu kleinen Optimierungen im Regelwerk.
Aber sie machen es genau richtig:
Man sollte es nicht jedem recht machen.
Die Show funktioniert so, wie sie ist.
Und wenn die Macher etwas Neues ausprobieren wollen, bin ich der Letzte, der sich beschwert.
Fazit: Die Menschlichkeit überrascht am meisten
Was mich am meisten fasziniert hat, ist nicht die Jagd, nicht die Spannung, nicht die Action – sondern die Menschen auf der Straße.
Die Passanten.
Die ganz normalen Leute, die helfen, ohne zu zögern.
Wir bekommen ständig vermittelt, wie kalt und gefährlich die Welt angeblich ist.
Und dann sieht man hier Menschen, die Essen teilen, Wasser geben, Tipps geben, Türen öffnen.
Klar, eine Kamera macht einen kleinen Unterschied.
Aber trotzdem: Vor allem New York hat mich überrascht.
Ich hätte nicht gedacht, dass dort so viel Hilfsbereitschaft sichtbar wird.
Manhunt zeigt, wie spannend ein simples Konzept sein kann – und wie menschlich eine Jagd durch eine Großstadt wird, wenn man genau hinschaut.
